Der große Blick zurück: Wilhelmshavens OB Carsten Feist und Frieslands Landrat Sven Ambrosy

Shownotes

Der Auftakt des Formates fand am 5. März live vor Publikum im Kowerk76 in Wilhelmshaven statt. Zu Gast waren Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) und Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD). Unabhängig voneinander haben Feist – seit 1. November 2019 im Amt – und Ambrosy – seit 1. Juli 2003 im Amt – entschieden, am 13. September nicht erneut zur Wahl anzutreten. Erstmals sprachen nun beide gemeinsam über ihre Beweggründe und die Herausforderungen ihrer Amtszeit.

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00:00:08: Ja, herzlich willkommen zu diesem Format.

00:00:13: Ich bin mal ganz gespannt was da am Ende dabei rauskommt.

00:00:16: Sven hat gerade schon versucht mich zu fragen Was wollt ihr denn fragen?

00:00:18: Habe ich gesagt lass dich überraschen und ich glaube aber nicht dass es heute ganz schlimm wird weil wir wollen uns auch die Menschen betrachten Und ich weiß nicht welches Bild sie sich von unseren beiden Podiums Gästen Carsten Feis und Sven Ambrosi gemacht haben.

00:00:33: Das Bild ist ja meistens geprägt von öffentlichen Auftritten und von dem, was sie in unseren Zeitungen lesen.

00:00:40: Dabei vergessen wir – und sehen es auch nicht – dass oft noch abends in deren Büro Licht brennt.

00:00:47: Dann ist es draußen ruhig keine Applaus, keine Kameras, keine Schlagzeilen nur das feilen an Entscheidungen, Entscheidungen die auch uns betreffen und eine Menge Arbeit, die wir nicht sehen.

00:01:01: Bezwachten wir diese Bilder spülen dir vielleicht etwas politische Verantwortung wirklich bedeutet?

00:01:07: Sie ist nicht immer laut, obwohl die beiden gerne laut sind.

00:01:11: Sie ist oft einsam und sie isst nicht immer dankbar.

00:01:14: Heute geht es um Klarheit!

00:01:16: Die uns verstehen helfen soll.

00:01:18: Wir reden alle viel über Politik, über Projekte, über Millionen, über Strukturen Aber wir reden zu selten darüber wie sich Verantwortung für endlich anfühlt Wenn zum Beispiel ein überzeugendes Vorhaben im Rat abgelehnt wird Wenn man Dinge weiß, die man nicht sagen darf Wenn man repräsentieren muss obwohl man eigentlich führen will.

00:01:40: Diese Spannungsfeld verändert Menschen und sicherlich auch unsere beiden Gäste, und manchmal verändert es auch Beziehungen, Vertrauen- und Blickwinkel.

00:01:49: Darüber wollen wir heute aussprechen.

00:01:52: Heute ist die Premiere für unser neues Live-Format.

00:01:54: Wir reden Klartext.

00:01:57: Dieser Live-Podcast ist für uns ein spannendes Experiment Und kann Sie jetzt schon darauf hinweisen Es läuft im Hintergrund ein Aufnahmegerät.

00:02:04: Alles was hier geräuspert getan gemacht wird wird alles aufgenommen und ist für den Live-Podcast dann on air.

00:02:12: Wir probieren aus, wir lernen und wir entwickeln weiter.

00:02:15: Und wir tun das auch.

00:02:16: Überzeugung!

00:02:18: Weil diese Form von Live-Tonalismus uns alle näher zusammenbringt... ...und Cornelia sitzt da, die hat das Format Meinungs-, Medienmeinungsmacht MMM nennen wir es intern auf die Bühne gebracht.

00:02:32: Das ist sehr erfolgreich geworden, haben wir tolle Gäste und dort analysieren sehr erfolgreich mit spannenden Gästen den Journalismus und seine Entwicklung diskutieren, perspektiven und ordnen diese ein.

00:02:47: Aber heute geht es nicht um die Analyse von außen.

00:02:49: Heute geht es um Einblicke von innen.

00:02:53: Karsten Feis und Sven Amrosi haben die Jade-Region über viele Jade geprägt.

00:02:56: Der eine länger der andere wieviel Jade waren's oder sind das mittlerweile Sven?

00:03:03: Und Karsten du bist seit zwei zwanzig neunzehn an der Macht.

00:03:09: Sie haben Verantwortung getragen und tun es noch bis zum Ende ihrer Amtszeit.

00:03:13: Also die Zudeln jetzt nicht aus, das kann ich mir ja nichts vorstellen.

00:03:15: Und die Amts-Zeit geht ja noch bis Ende Oktober.

00:03:19: Erste November ist der Stichtag.

00:03:21: Sie haben Verantwortungen getragen, wie gesagt, tun wir's noch bis zu Ende der Amtszeiten für Krankenhausstrukturen, darüber werden wir reden – Für Sicherheitspolitik vor unserer Haustür, für Energieprojekte mit nationale Bedeutung und für Verwaltung mit Hunderten von Mitarbeitenden.

00:03:37: Aber wir wollen heute keine Abrechnung, wir wollen auch keinen nostalgischen Rückblick.

00:03:41: Wir wollen verstehen wie geht man zum Beispiel mit Enttäuschungen?

00:03:45: Wo beginnt Kirchtumdenken und wo endet regionale Verantwortung?

00:03:49: Was bedeutet es Geheimnisse zu tragen?

00:03:52: Und wie ihr wächst aus Williamshaven schießt dann vielleicht eine gemeinsame Region.

00:03:58: Bevor wir einsteigen stelle ich euch meinen Co-Moderator vor.

00:04:02: Ich glaube muss ich eigentlich gar nicht.

00:04:03: du hast ja selber schon gesagt Schlosser.

00:04:04: und was noch DJ Michael Diaz bringt langjährige Erfahrungen aus dem Radio mit.

00:04:09: Als Chef von Radio Jada hat er viele Jahre Gespräche geführt und gelernt, wie man zwischen den Zeilen hört.

00:04:16: Außerdem kennt der Willemshafen und Süßland wie aus seiner Westentasche insbesondere als Zeit in der Zeit als Chef der Willemshafen der Touristik und Freizeit GmbH.

00:04:26: Und

00:04:27: das darf ich hier sagen, er hat eine gemeinsame Vergangenheit mit Karsten Feist aus Studienzeiten.

00:04:31: die beiden sind zusammen zum Studium gefahren Und ich will ergänzt uns bewusst.

00:04:35: Der eine fragt vielleicht persönlicher, der andere strukturierter, der eine sucht den Menschen und der andere die Linie.

00:04:41: Aber gemeinsam wollen wir Raum schaffen für ein Gespräch das ehrlich ist, respektvoll und klar.

00:04:47: Später bekommen auch Sie im Publikum Raum für Fragen Denn Klarheit entsteht nicht durch Monologe sondern Durchgespräche!

00:05:04: hier hören wollen.

00:05:05: Aber es geht auch um einen sehr respektvollen Umgang, damit wir auch heute deutlich herausarbeiten dass es eben hier um eine Reihe geht die weitergehen soll aber die natürlich für sie hoffentlich ein Stück Neugierde bringt und am Ende der Veranstaltung hoffentlich auch den ein oder anderen dazu überlegen lässt.

00:05:22: Mensch das habe ich ja gar nicht gewusst.

00:05:24: das finde ich ganz interessant.

00:05:26: darum gehts Wir freuen uns hier im Co-Werk.

00:05:31: Tolle Fragen.

00:05:32: Wir haben uns vorbereitet, Helmut Lörd Sabine und ich haben uns mehrmals im Gespräch auf diesen Abend vorbereitet.

00:05:39: Ich bin ganz gespannt wie es laufen wird aber wir kennen beide.

00:05:44: Ich habe damals über beide Jahre viel zu einem Rosizutun gehabt und natürlich dann auch mit unserem Oberbürgermeister Und was ich ganz interessant finde ein ehemaliger Oberbürgermeister ist das auch.

00:05:55: ja Herr Menzel erstmal schön dass Sie da sind und wir freuen uns auf den schönen Abend

00:06:01: Und wir haben uns alle auf das Du geeinigt, weil man kennt sich gegenseitig.

00:06:06: Man tut es sich und ich glaube, dass ist jetzt auch so in Ordnung.

00:06:10: Vielen Dank!

00:06:11: Da haben wir jetzt ein Foto gewählt von den beiden.

00:06:14: Das war zur Corona-Zeit.

00:06:15: da haben sie einen Video gemacht und der Titel oder Slogan oder die Headline heißt Wenn Die Amtszeit Endet Was Bleibt?

00:06:24: Was Kommt.

00:06:26: Wir werden heute so ein bisschen hinter die Schlachtzeilen schauen hinter Projekte, Beschlüsse und Pressekonferenzen.

00:06:32: Und wenn man dann von außen auf eure Ämter blickt sieht man vor allen Dingen Macht, Einfluss und Entscheidungen.

00:06:37: Wenn man aber genauer hinschaut sieht man auch Verantwortung.

00:06:40: ich hätte das vorhin schon gesagt Man sieht Druck und manchmal auch Einsamkeit.

00:06:45: Wir möchten heute verstehen wie sich Verantwortung wirklich anfühlt, wenn man eine Verwaltung mit Hunderten Mitarbeitern führt Mit Erwartung aus Politik, Öffentlichkeit und Aus der Verwaltung.

00:06:56: Ja, jetzt bist du dran mit der ersten

00:06:57: Frage.

00:06:58: Genau!

00:06:58: Die Frage die ich erst mal beiden stellen möchte ist einfach eine Situation.

00:07:02: Ich glaube jeder macht sich vielleicht im Vorfeld Gedanken wenn er dann kandidiert.

00:07:07: was kommt da auf mich zu?

00:07:09: Deswegen erstmal die Frage an Karsten.

00:07:11: Wenn man sich entscheidet Oberbürgermeister zu werden und dann feststellt Man wird es auch gibt es da eigentlich eine Situation wo man sich die frage stellt wie mache ich das eigentlich?

00:07:25: Das ging bei mir relativ schnell.

00:07:28: Ich bin ja vorher schon viele Jahre in der Verwaltung Wilhelmsabend tätig gewesen, auch an verantwortlicher Stelle.

00:07:34: Von daher hatte ich eine relativ klare Idee wie das funktionieren wird Oberbürgermeister dieser Stadt zu sein.

00:07:43: was mir keiner gesagt hatte war Corona.

00:07:47: damit waren alle Ideen wenige Wochen nach meinem Amtsantritt Geschichte.

00:07:53: wir waren einer der ersten wenn nicht die erste Stadt in Niedersachsen, die einen Corona-Stab eingerichtet hat zu einem Zeitpunkt wo mir einige Leute in der Verwaltung noch gesagt haben du bist glaube ich gerade ein bisschen hysterisch.

00:08:06: Waren wir aber nicht und das hat alles verändert.

00:08:08: Das hat auch die Ideen verändert wie da sind.

00:08:12: dass hat die Kommunikation verändert das hat unsere Gesellschaft verändert auch im positiven Sinne nicht nur negativen.

00:08:19: hier kommt jetzt nicht das große Wegeklagen sondern hier kommt einfach nur die ehrliche Antwort.

00:08:25: der Plan den ich hatte Der hat funktioniert von meiner Amtseinführung am ersten Elften bis ungefähr in der ersten Januarwoche.

00:08:34: Und danach war der Plan ein anderer.

00:08:37: Das wäre auch an dich, du warst damals jüngster Landrat.

00:08:39: da kriegt man eigentlich von vornherein Angst dass man auf Leute trifft die das schon seit Jahren im Amt sind und dann trifft man plötzlich auf eine ganz große Menge an Mitarbeitern und steht da plötzlich vor der Situation also Motor fängt mein Job an.

00:08:53: wie geht's los?

00:08:56: Ja, ich war der Jüngste in Deutschland.

00:08:58: Jetzt bin ich der Dienstelder.

00:08:59: Das ist in Niedersachsen so schnell kann es kommen!

00:09:02: Ich war ja vorher schon Sozialdezernin und Stellvertreter Oberkreisdirektor.

00:09:06: Deshalb kannte ich das Haus.

00:09:08: Und natürlich war ich nicht nur der jüngste Landrat, sondern auch der jüngste Dezerninn.

00:09:14: Und deshalb waren alle meine Fachbereichsleitungen älter als ich.

00:09:19: Einige haben gesagt, du könntest mein Sohn sein.

00:09:23: ist Bewehre vom Alter her auch gewesen.

00:09:25: Wir haben uns dann relativ schnell geeinigt, dass das für beide Seiten keine gute Idee ist.

00:09:30: und insofern kannte ich da schon zu mich zu behaupten und man wird geprüft.

00:09:38: Da kommt ein Jünger der hat ganz ordentliche Noten, er hat einen ordentlichen Studienabschluss, der hat auch schon bisschen was gemacht.

00:09:45: Er hatte eine kommunalpolitische Erfahrung die seit siechsten Achtzig habe.

00:09:50: Ich habe selber, war selbst im Rad.

00:09:53: Also das heißt irgendwas musste er ja können sonst hätte es irgendwie nicht geschafft.

00:09:57: aber die haben dann schon geprüft.

00:10:00: und dieses Prüfen kannte ich weil ich immer auch sehr oft der Jüngste war.

00:10:05: Und ich hab gelernt du musst halt durch Leistung

00:10:09: überzogen.

00:10:10: eine andere Chance hatte man ja nicht.

00:10:12: Lebenserfahrungen hatten wir keiner geglaubt Berufserfahrung hat dich Aber hatten die anderen auch und länger.

00:10:18: Also insofern musste ich mich da durchbeißen.

00:10:22: Und ja, es gab auch ein paar Landräte und Landräthinnen die das nicht so ganz ernst genommen haben.

00:10:29: Das gab es auch aber die waren in der Minderheit.

00:10:31: Ich kann eigentlich unterm Strich sagen nur positive Erfahrungen.

00:10:35: Ganz viele Leute Die einen auch gesagt haben wenn du Hilfe brauchst Ebert Menzel zum Beispiel sehr früh auf mich zugegangen Wenn irgendwas ist So auch Tipps.

00:10:44: man muss das Rad nicht selber erfüllen.

00:10:47: Verantwortung spürt man, wie gesagt auch körperlich.

00:10:50: Das habe ich relativ schnell gemerkt.

00:10:52: Das ist eigentlich eine gute Nachfrage weil macht man sich Gedanken darüber dass man hunderte tausende Mitarbeiter hat und macht einen das Angst oder stellt man sich der Situationen und wächst mit den Aufgaben?

00:11:06: Angst würde ich nicht sagen.

00:11:07: Respekt!

00:11:08: Respekt vor der Aufgabe und Respekt für die einzelnen Leistungen dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ja tolle Leute Die haben ja Ahnung, das ist ein Schatz den wir haben.

00:11:20: Das weiß glaube ich jeder in der Betrieb führt, dass wichtigste sind unsere Mitarbeiter.

00:11:24: Es hört sich immer so ein bisschen abgedroschen an, aber das ist es letztendlich.

00:11:29: Da sind Fachleute und Experten ihres Bereiches und man tut gut daran erstmal diesen Schatz zu heben und entsprechend auch sich einzubringen.

00:11:40: Führen heißt nicht nach vorne laufen!

00:11:44: Dann ist man allein und ein bisschen einsam.

00:11:48: Sondern Führen sammeln und nach vorne gehen.

00:11:52: Man muss immer Leute um sich haben, sonst kriegt man die Aufgabe nicht hin.

00:11:58: Und da ich vom Dritten in den Ersten reingekommen war das ein Prozess.

00:12:04: Sofern wusste ich ja worauf ich mich einlasste, kannte das Haus hatte eine gute Vorbereitung durch einen fantastischen Chef, meinen Chef nennen durfte, nämlich Lothar Klippert.

00:12:16: Der von dem ich extrem viel gelernt habe und der auch als er dann... Wir haben ja alle gedacht, er wird Landrat!

00:12:25: Das war ja gar nicht der Plan sondern er hat dann aus Familiengründen gesagt Ich kandidiere nicht.

00:12:30: Und dann hab' ich ihn natürlich am gleichen Abend nach der Pressekonferenz gesagt Ja was passiert denn jetzt?

00:12:38: Und dann sagte er Ja weiß ich auch nicht aber ich glaub sie kriegen einen Anruf.

00:12:44: Wo ist das dann gekommen?

00:12:46: Karsten, die gleiche Situation für dich.

00:12:50: Da ja auch ganz viel Neues kamen.

00:12:52: Gab es eigentlich auch jemand... Jetzt fällt mir natürlich Andreas Wagner an als Vorgänger den du anrufen konntest.

00:12:58: aber wie bist Du in die Rolle geschlüpft des Oberbürgermeisters?

00:13:04: Das war der Neujahrsempfang der Stadt Wüllemshaven.

00:13:09: Der hat Andreas Wagner bekannt gegeben, dass er nicht wieder kandidieren wird.

00:13:13: Das war dann so und in den Wochen danach haben mich sehr, sehr viele Leute angesprochen.

00:13:18: Willst du das nicht machen?

00:13:20: Das war eigentlich gar nicht meine Idee.

00:13:21: Das war gar nicht mein Lebensentwurf.

00:13:24: Ich kam aus dem Bereich Personalorganisation Sozialesbildung Jugendfamilie.

00:13:31: Da habe ich mich wohl gefühlt Und da hab' ich glaube ich über die Jahre, die ich das hier in Wilhelmshafen verantwortet habe auch einiges bewegen können.

00:13:38: Irgendwie war das so surreal.

00:13:41: Ich habe allerdings das Glück, dass ich eine tolle Familie hab und einen sehr kleinen engen aber hochwertigen Freundeskreis.

00:13:51: Leute mit denen nicht mich beraten kann die mir immer auch wirklich immer die Wahrheit sagen und ich meine die Wahrkeit.

00:13:59: Und dann haben wir über die Ostertage zum ersten mal uns mit diesen Gedanken beschäftigt.

00:14:04: wie könnte sowas eigentlich gehen?

00:14:06: Ich bin ja nicht in irgendeiner Partei und habe keinen Apparat ganzen Stab von Leuten, die sozusagen auf den Knopf drücken und mal eben Wahlkampf machen.

00:14:18: Und dann kam der Sommer und meine Frau und ich wir waren in Plön mit dem Wohnwagen.

00:14:22: es war gnadenlos heiß.

00:14:25: Wir sind den ganzen Tag um Wohnwagen gewandert haben immer geguckt wo Schatten ist und haben Zettel geschrieben und da stand drauf pro und kontra.

00:14:33: was spricht dafür?

00:14:34: Was spricht dagegen?

00:14:36: Wie wie immer in unserem Leben wenn wir dann irgendwie so grundsätzliche Entscheidungen treffen dann tun wir das oben am Südstrand.

00:14:43: Wir müssen aufs Meer gucken, wir müssen diese besondere Atmosphäre da oben haben und als wir aus Plöten zurückgekommen sind standen wir dann irgendwann da oben wieder, haben auf's Meer geguckt und haben gesagt ja dann machen wir das mal und dann haben sich ein paar Freunde wirklich enge Freunde dazugefunden und dann habe eine Idee entwickelt wie so einen Wahlkampf stattfinden kann also eine etwas andere Situation als bei Sven Aber nachher in der Wirkung natürlich genau das Gleiche.

00:15:14: Und das Besondere hier in Willemshafen war ja einige werden das erinnern, wir hätten ins Guinness Buch der Rekorde kommen können, im Jahr zwei tausend neunzehn standen hier sechzehn Menschen zur Wahl die allesamt Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister werden wollten.

00:15:29: bis dahin war der Rektorthalter Kassel, die hatten mal fünfzehn Kandidierende.

00:15:34: Das war schon spannend aber es waren nicht irgendwann mal der Lebensplan du willst oder musst Oberbürgermeister werden.

00:15:40: Das hat sich wirklich aus dieser Situation entwickelt.

00:15:44: und was dabei rausgekommen ist, jetzt habt ihr den Salat.

00:15:49: Vielen Dank!

00:15:51: Kommen wir gleich mal mitten ins Geschehen.

00:15:54: Was waren denn eure schwersten Aufgaben und Entscheidungen?

00:15:59: Jetzt würde wahrscheinlich zunächst erstmal Corona kommen in dem Bereich.

00:16:04: Dann gucke ich mal jetzt Sven an Wenn du jetzt so zurückblickst, hast du da ein zwei Dinge wo du sagst das waren schwierige Kisten?

00:16:15: Also da gibt es von dem Caliber mehrere.

00:16:18: Natürlich Corona dann die Entscheidung mit den Krankenhäusern mit Sicherheit aber ich habe eben spontan gedacht zwei sieben als aus dem Airbus Wort.

00:16:30: die Nachricht kamen wir strukturieren um und fahre findet nicht mehr statt und das war einen Moment.

00:16:38: Da muss man ja auch noch mal sehen, wie die Region damals noch aussah.

00:16:45: Wir hatten immer noch eine Arbeitslosigkeit jenseits von zwölf, vierzehn Prozent.

00:16:50: Die Region rappelte sich gerade!

00:16:52: Wir haben Sparhaushalter aufgestellt und auf der anderen Seite Investitionshaushalt.

00:16:59: Wir haben den ersten Masterplan Schule gemacht.

00:17:02: also es war so ein Aufbruch.

00:17:04: aber Man hatte noch nicht, es war noch nicht greifbar in welche Richtung das geht.

00:17:08: Wir hatten die ersten zahlendaten Fakten was eine wirtschaftliche Belegung angeht Handwerksprang an Die Tourismuszahlen ging gut nach oben und da war Hoffnung dass wir jetzt wirklich aus dieser depressiven Phase der neunziger Jahre wo die Region ja unverschuldet reinkam der Schließung Olympia Werke wegen der Abzug des Militärs, die Textilindustrie ging runter.

00:17:37: Das hat ja was mit den Menschen mit der Region gemacht.

00:17:40: und so die zweitausender Jahre hat man richtig gemerkt, da passiert etwas.

00:17:45: Die Region will daraus!

00:17:48: Und die Region ist das schon das, was ich immer wieder spüre, die kann mit einer Krise umgehen.

00:17:56: Also die hatte es schon ein paar Mal geschafft Das können wir wieder schaffen.

00:18:02: Aber dieses und jedes Jahr wurde es ein bisschen besser.

00:18:06: Jedes Jahr waren die Zahlen etwas besser, es kam immer mehr Hoffnung.

00:18:10: Und dann mit Macht von außen Erbus das war das Gefühl.

00:18:18: Und das war so als ob man gerade aufs Trampolin gesprungen ist.

00:18:22: Man wollte hoch und das Trampolin wurde

00:18:24: bezogen.

00:18:26: Und man wusste nicht wie hart man aufbreiten.

00:18:31: Ich wusste nur, also ich wurde angerufen und habe das entgegengenommen.

00:18:37: Und es war ein ganz furchtbares Gefühl.

00:18:40: Ich stand im Büro und ich tausend Gedanken.

00:18:45: Und fünf Minuten später rief die DPA an und wollte einen Auto.

00:18:49: Oh

00:18:50: ja!

00:18:52: Das sind dann so Momente wo du erstmal selber damit klarkommst was bedeutet?

00:18:59: Den musst du jetzt anrufen, was musst du tun?

00:19:02: Was sind die nächsten Schritte.

00:19:03: Es rat hat ja ein Gehirn und dann kannst du gar nicht nachdenken weil sofort in Echtzeit das Telefon ging und damals mache ich auch nicht mehr in so einer Situation unbekannte Nummer und dann DPA und wollte den O-Ton.

00:19:20: Und ich weiß noch das einzige was mir eingefallen ist Das werden wir nicht hinnehmen.

00:19:31: Wir werden den Widerstand organisieren.

00:19:34: Und dann ist etwas passiert, was glaube ich viele nicht für möglich gehalten haben, dass wir wirklich einen Widerstand aufgebaut haben und wie es geschafft haben, Tausende von Menschen hinzubekommen – das kriegt man noch vor Ort hin!

00:19:50: Aber wie wir es dann geschafft haben in der Landespolitik, in der großen Koalition damals immer mehr dafür zu begeistern?

00:20:01: Viele Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht.

00:20:04: Wie viele Gespräche wir geführt haben, immer zusammen mit den Gewerkschaftsvertretern vor Ort und immer zusammen eine Verlands- auf Bund-Land-Örtlichkeit?

00:20:15: Und wie viele wir dann umgedreht haben – und Jürgen Bruns sagt das ja immer!

00:20:20: Wir mussten unser Konzept nicht einmal ändern.

00:20:26: Das Board hat es zwölfmal getan.

00:20:29: Am Ende ist es so gekommen, erhofft haben und wie auch die Strategie war, nämlich diese berühmte Viersäulenstrategie mit dem Werk.

00:20:38: Mit einem Zulieferpark, mit dem Ausbildung im Technologiezentrum.

00:20:42: Und danach haben wir immer alle fünf sechs Jahre wieder sie wählen das alles in Frage gestellt.

00:20:49: Jetzt kann man natürlich sagen Wirtschaft wird immer für die Großen gemacht.

00:20:51: Ich glaube für den Landkreis Riesland kann ich sagen dass wir uns genauso um die Mittelständler und die anderen Bereiche im Tourismus usw.

00:20:58: gekümmert haben.

00:21:00: Aber Erbus dieser Standort ist ja auch immer ein Symbol, wenn das gefallen wäre.

00:21:06: Das hätte glaube ich mit der

00:21:08: Psyche

00:21:10: der gesamten Region was gemacht und dieses zarte Aufstreben, was wir dann fortgesetzt haben.

00:21:18: Als wir es geschafft haben ging's richtig gut ab und wir hatten teilweise Wirtschaftsförder, Wirtschaftskoten von fünf bis sechs Prozent Und ich glaube, das war ganz wichtig, dass wir diesen Kampf geschafft haben.

00:21:34: Sehr

00:21:34: schön!

00:21:34: Danke.

00:21:36: Kassen hast du eine Erinnerung an deine schwierigste Aufgabe?

00:21:41: Schwierigste Entscheidung?

00:21:43: Wenn es geht ein bisschen kürzer bis weg...

00:21:48: Also alles was tatsächlich in der Rückschau wirklich schlimm war hat immer die Überschrift Krankenhaus getragen.

00:21:55: Ganz klar und deutlich Ich habe da etwas übernommen, von dem ich keine Vorstellung hatte.

00:22:00: Jede Tür die wir da aufgemacht haben dahinter waren keine schönen Dinge und der schlimmste Abend, die schlimmste Woche war zum ersten Mal ungefähr drei vier Minuten.

00:22:11: es geht da wirklich um Minuten weil das Insolvenzrecht gnadenlos ist vor der Insolvent standen und ich tatsächlich mich da einsam fühlte und gedacht hab okay du hast es nicht verbockt aber du kriegst jetzt richtig alles ab.

00:22:28: Du stehst morgen vor der Medienmeute, schuldig bitte den Begriff.

00:22:32: das war mein Gedanke in dem Moment muss denen das erklären und muss das Tausend Vierhundert Mitarbeitenden erklären und es wird danach.

00:22:40: nichts bessers wäre ja nicht so.

00:22:43: man sagt wir sind insolvent und damit ist alles okay.

00:22:45: es wäre dann nachher noch schlimmer gewesen.

00:22:48: Das war ein moment den werde ich in meinem ganzen Leben wirklich nicht vergessen.

00:22:53: Aber auch daraus kann man Kraft schöpfen, weil wir hatten danach noch zwei-drei ähnliche Situationen, wo es wieder sehr knapp war.

00:23:01: Ich glaube wenn wir von heute drauf gucken dann ist nicht alles gut aber wir haben endlich wieder eine Perspektive dieses Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft gemeinsam mit Friesland und Willemshafen

00:23:15: in

00:23:16: eine Zukunft zu führen.

00:23:18: Und von daher kann ich sagen ja das war damals grauenvoll eine der schlimmsten Nächte meines Lebens und ich hatte in meiner Jugendamtszeit schon von Berufbereitschaftseinsätze.

00:23:29: Ich habe vorher schon einige grauenvolle Nächten beruflich verbracht, aber sowas muss ich nicht noch mal haben.

00:23:36: Wenn du jetzt gedacht hast es kommt irgendwas aus der Corona-Zeit?

00:23:40: Nee da gab's auch schwierige Situationen, aber da können wir vielleicht später noch drüber sprechen.

00:23:45: die hatten einen ganz anderen Charakter weil sie niemals diese Ohnmacht ausgelöst haben wie die Situation.

00:23:54: Du musst jetzt zum Insolvenzrichter nicht ich, sondern am Ende macht es der Geschäftsführer und dann bericht hier eine Welt zusammen und du bist derjenige, der dafür in die Verantwortung genommen

00:24:07: wird.".

00:24:09: Das hatte ich in anderen Situationen nicht und du hast gesagt, ich soll mich kurz lassen.

00:24:13: Ich mach mal Pause.

00:24:14: Ja

00:24:14: okay!

00:24:15: Du machst jetzt Überleitung?

00:24:17: Genau wir wollen noch ein bisschen auf dem privatenreich.

00:24:22: von euch wissen werden wir gleich feststellen ob es uns gelingt.

00:24:26: aber ich glaube schon dass viel ist was man somit nach Hause nimmt in einem arbeitet und man weiß oder sucht vielleicht auch den ein oder anderen wo man weiß.

00:24:35: mit dem kann nicht überreden.

00:24:36: zu einer schon gesagt loter knippert war eine wichtige hilfe aber da wollen wir jetzt mal so bisschen nachhaken.

00:24:42: Uns interessiert natürlich das dann.

00:24:43: eure gründe waren nicht wieder anzutreten ihr habt es ja sehr frühzeitig bekannt gegeben.

00:24:49: Und die Zusatzfrage von mir ist, wie geht es euch heute mit der Entscheidung?

00:24:53: Ist das... Wo ihr jetzt klar seid oder habt ihr schon mal gezweifelt?

00:24:57: war das jetzt richtig?

00:24:59: Fangen wir bei Sven an.

00:25:02: Was waren deine Gründe?

00:25:03: Ja ich darüber möchte ich hier in diesem Raum nicht sprechen weil das wirklich sehr privat und sehr familiär ist.

00:25:10: Das

00:25:10: sind private Gründe ja!

00:25:11: Der

00:25:11: eine oder andere weiß das auch.

00:25:13: Die letzten acht Monate waren nicht gut.

00:25:16: Jetzt ist das alles stabiler und insofern stehe ich zu dieser Entscheidung.

00:25:22: Sie war richtig, sie ist nicht leicht.

00:25:25: Sie ist mir auch nicht leicht gefallen.

00:25:27: aber sowas genauso wie man familiär den Anfang plant muss man auch sozusagen dann auf solche Entscheidungen miteinander führen.

00:25:38: Und das haben wir in den Sommerferien letztes Jahr gemacht.

00:25:42: Dann haben wir einen Entschluss gefasst haben dann das mit politischen Vertrauten

00:25:50: besprochen,

00:25:52: weil mir klar war dass das natürlich eine Zäsur ist.

00:25:55: Nicht nur für mich sondern wer mich kennt ist ich mag es halt gerne auch organisiert und geplant.

00:26:03: Das heißt Ich bin ein zutiefst loyaler Mensch so würde ich mich bezeichnen Und für mich war völlig klar wenn das so kommt Dann muss sich erst mal ordentlich informieren meine engsten Mitarbeiter aber auch die politischen Weggefährten und ich möchte nicht, also um das muss...

00:26:22: Ach du liebe

00:26:22: Bitte!

00:26:26: Das ist der größte Gau den man sich vorstellen kann.

00:26:30: Wir können rausgehen.

00:26:32: Genau

00:26:34: Und ich habe das deshalb.

00:26:37: einige haben mich beraten und gesagt komm dann warte doch erstmal ab wie sich das alles entwickelt Weil die Partei und andere, die müssen ja auch wissen, woran sie sind.

00:26:46: Und es müssen Leute die Möglichkeit haben zu kandidieren.

00:26:51: Wenn man eine Entscheidung gefällt hat, dann ist das so.

00:26:54: Wer mich kennt weiß ich macht das nicht leichtfertig solche Entscheidungen zu fallen.

00:27:01: aber wenn sie steht, dann steht sich.

00:27:03: Insofern komme ich klar.

00:27:05: Ich würde aber lügen, wenn ich sage dass alles ganz easy going Jetzt fängt das ja an, dass bei einigen Veranstaltungen jetzt man anmoderiert würde.

00:27:18: Herrn Rosi, das ist ja jetzt das letzte Mal für Sie!

00:27:21: So und dann kriegst du jedes mal das nochmal vor Augen geführt und sagst verdammt das stimmt.

00:27:28: also der eine Hälfte sagt Gott sei Dank es ist das letzte mal

00:27:32: und bei

00:27:32: einigem Sachen sagst du ja schade das ist das Letzte Mal die werden mir fehlen.

00:27:39: Kassen, wie ist's bei dir?

00:27:43: Bei mir war Der Einstieg ein ganz anderer als bei Sven.

00:27:47: Bei mir ging es um die Frage nochmal kandidieren, ja oder nein?

00:27:51: und es gab keine Drucksituationen, keine Rahmenbedingungen, die das in die eine oder andere Richtung gedrängt haben.

00:28:00: Und auch da wieder ich habe das sehr intensiv mit meiner Familie und unseren engen Freunden besprochen und unser junger Sohn der inzwischen aus sechsundzwanzig ist immer derjenige der dann am Ende solche Dinge auf einen Punkt bringt.

00:28:14: Man muss dazu sagen, unsere Kinder sind beide neben Familie und Beruf auch politisch engagiert.

00:28:21: Ehrenamtlich vielfältig engagiert.

00:28:22: die wissen schon um was es da geht.

00:28:25: Und Töko so heißt der junge Mann hat dann irgendwann nicht am Ende der Diskussion aber damit war sie beendet folgendes gesagt sinngemäß Du kannst nochmal kandidieren Papa Und mach dir keine Gedanken du wirst auch wieder gewählt Da bin ich mir ganz sicher.

00:28:44: Aber wenn du dann am Ende deiner zweiten Amtszeit bist, dann bist du ein Frag.

00:28:50: Und wenn dir das dein Sohn so ins Gesicht sagt einen kluger empathischer junger Mann mit einer sehr, sehr klaren Analyse Dann gehst du ins Bett.

00:29:03: und was am nächsten Morgen auch und da war klar was passiert ist Da war klar dass der Preis den ich bezahlen würde noch mal acht Jahre in diesem Amt und die nächsten acht Jahre werden ganz sicherlich nicht einfacher.

00:29:17: Aber das sind wir uns alle einig, wir leben in Zeiten, die nicht die Perspektive haben dass wir jetzt das Schlöpste hinter uns haben Und dann wird es alles wieder ganz easy.

00:29:27: Wenn man das mit der Leidenschaft macht, mit der Sven das macht, Mit der Allekollegen Landräte Oberbürgermeister Männlich-Weiblich-Diverse Die ich kenne Das machen wir auch Dann kostet das unglaubliche Kraft.

00:29:39: Bei mir hat das Spuren hinterlassen, was will ich nicht verhehlen?

00:29:43: Und ich glaube dieses Amt braucht für die nächsten acht Jahre.

00:29:47: Für die Stadt Willemshafen jemanden der Acht Jahre lang in der Lage ist jeden Tag im Zweifel Hundertfünfzig bis Hundertachtzig Prozent zu liefern.

00:29:57: und meine Analyse war hundzwanzig Prozent kriege ich hin.

00:30:03: Hundert Fünfzig manchmal auch aber nicht auf Strecke.

00:30:06: und am Ende zählt der Satz unseres Sohnes Ja, Papa.

00:30:11: Dann bist du in Wrakk und das wollte ich nicht.

00:30:13: Das wollte ich dieser Stadt nicht antun meiner Familie nicht an tun Und mir selber auch nicht und von daher bin ich da wirklich mit mir.

00:30:21: fein Ich freue mich total auf die letzten Sieben Monate.

00:30:26: sind es glaube ich noch Uwe Heinemann ist immer mein zahlen je lechnes ure stünder sehr.

00:30:31: Oder zählst du schon die tage?

00:30:33: Nein, ich freu mich ich freue mich wirklich drauf und ich habe auch noch nicht diese wehmut.

00:30:37: dass war jetzt das letzte mal.

00:30:38: ja das ist so, aber ich gehe ja zu bestimmten Veranstaltungen dann in Zukunft auch noch hin.

00:30:46: Aber anders.

00:30:46: Ich stehe da nicht mehr vorne.

00:30:48: Ihr müsst mir auch nicht mehr zuhören.

00:30:50: Da reden dann andere Menschen.

00:30:52: Ich sitze dann auf der anderen Seite.

00:30:54: Mach's mal am Beispiel deutlich Gedenken-Reisprogramm nach meiner Frau und ich sind seit Schulzeiten ein paar.

00:31:00: Wir sind das schon in einer Oberstufe jedes Jahr hingegangen.

00:31:04: Jetzt bin ich ein paar Jahre Oberbürgermeister geworden und stand vorne am Pulten durfte meine Gedanken mitteilen und in diesem Jahr werden wir auch wieder da sein, aber ich bin dann nicht mehr der Redende.

00:31:14: Ich bin da wirklich sehr, sehr in mir ruhen und freue mich auf den zweiten November.

00:31:21: Ich weiß nicht ob meine Frau sich freut weil das ist die erste Arbeitstag wenn ich nicht mehr im Dienst bin und ich habe ja gesagt um vierzehn Uhr ist das Mitteressen fertig.

00:31:33: Ja was euch hierher bringt ist er die Tatsache zwei Regionen eine Stadt, ein Landkreis die so eng zusammengewachsen sind und beide Chefs sagen zur gleichen Zeit ich höre auf aus unterschiedlichen Gründen.

00:31:46: Wir werden dann nachher nochmal darauf kommen.

00:31:48: das muss uns ja untreiben weil da kommen dann zwei Neuen dass mal gut sein aber sie müssen auch erst einmal in einen Amt hineinwachsen.

00:31:55: wir haben es gehört wie schwierig das ist mit den Ratgebern.

00:31:58: da würdest du jetzt gleich fragen das haben die beiden ja schon erzählt.

00:32:01: genau deswegen gehe ich gleich in eine Frage weiter Was man ja immer wieder feststellt.

00:32:07: Beide seid ihr immer wieder in der Öffentlichkeit, habt auch eine sehr starke Bürgernähe.

00:32:13: Wie kommt man eigentlich mit der Situation klar?

00:32:16: Im Grunde genommen außer am Urlaub nicht mehr privat Mensch zu sein.

00:32:19: Wenn hast du so Momente erlebt wo du so gedacht hast meine Güte wie komme ich jetzt hier ganz schnell weg?

00:32:33: Das ist billiges Fishing vor Komplik.

00:32:37: Ich liebe das Altstadtfest Eva.

00:32:41: Am Anfang bin ich da auch etwas länger geblieben, mittlerweile gehe ich so um dreiundzwanzig Uhr weg weil ist ja so der eine oder andere trinkt dann gerne ein Bierchen und dann fällt die Hemmung und dann sehen sie den Landrat und dann erzählen Sie dir das was sie dir immer schon erzählen wollten komischerweise aber sonst nie getraut

00:33:04: haben Und fallen die um den Hals.

00:33:06: Das gab es auch schon, das ist angenehm.

00:33:09: Ich hatte auch schon im alkoholisierten Zustand nicht ich aber der andere, der wollte dann Geilsverhandlungen mit mir machen fand jetzt auch suboptimal auf für beide Beteiligen hat die auch schon.

00:33:24: Also das meide ich dann dass ich dann sage weil das muss ich nicht haben und da kommt ja auch noch dazu nach Corona wir haben eine andere aggressivere Zeit also Anfang der zweitausender Jahre, da konnte es... Da war das nicht.

00:33:38: Aber du gehst übers Altstadtfest, wenn das jetzt um die dreiundzwanzig vierundzehn Uhr und das ist mir schon auch passiert Und dann wird gegrült und so und das muss nicht sein Ja?

00:33:50: Das ist unangenehm und da erinnert man seinen Verhalten und dann Merkt man auch eigentlich will man ja gar nicht dass das verhalten ist.

00:33:58: und ansonsten Ja, man hat einen Rückzug ins Private und das Freizeitverhalten ändert sich auch.

00:34:12: Du fährst halt wenn du wirklich ganz privat sein willst weiter weg.

00:34:16: also zum Beispiel Sauna ja?

00:34:18: Wenn du das gerne machst ist da hatte ich einmal habe ich es nicht gedacht

00:34:23: dann

00:34:24: waren's nur fünfzehn Kilometer.

00:34:27: Aber das ist doch normal in der Sorge.

00:34:33: Pass

00:34:33: auf, das kommt ... Das steht morgen da.

00:34:36: Und

00:34:37: er guckte so, ist es?

00:34:38: Ist es nicht?

00:34:40: und hat dann entschlossen, er ist

00:34:42: es.

00:34:44: Am Rosi zuckte ihn dann nicht zusammen.

00:34:46: Der wird doch jetzt nicht!

00:34:49: Ja ich hätte da

00:34:49: mal ein Problem.

00:34:55: Das haben wir dann geklärt.

00:34:56: War ein bisschen anders als was da dargestellt hat seine Baugenehmigung hinter

00:35:03: uns.

00:35:03: Und die

00:35:03: anderen gucken schon nicht.

00:35:05: so, wollen wir das wirklich jetzt?

00:35:07: Können wir das nicht?

00:35:08: und so, wir tauschen die Telefonnummer aus und dann machen wir es in Ruhe am Montag.

00:35:12: Nein er hat das empfunden als ob ich das abprallen will.

00:35:19: und nein sie sind mein Landrat und so will das jetzt.

00:35:22: Ich habe gesagt, okay das muss ich mir aufschreiben.

00:35:25: Haben Sie mal einen Zettel und ein Stift?

00:35:28: Und dann hat er es gemerkt!

00:35:29: Das ist

00:35:32: kein guter Moment war... ...und seitdem wenn ich überhaupt in die Sauna gehe... ...das Aushältner geworden sind ziemlich weit weg.

00:35:41: Gassen, ich denke ähnliches nicht wahrscheinlich in der Sauna aber ähnliches hast du bestimmt auch schon erlebt.. Aber merkst Du auch dass es aggressiver wird wenn Leute dir begegnen?

00:35:53: Ja, absolut.

00:35:54: Also vor allen Dingen merkt man es an den Maulhelden einer Tastatur.

00:35:59: Direkten Face-to-Face, egal ob jetzt auf dem Altstadtfest wochengeinander, ja da wirds auch aggressiver aber da gibt's noch Hemmschwellen die werden noch

00:36:08: eingehalten.

00:36:09: Das hat tatsächlich noch nie wirklich noch nie irgendjemand bei uns zu Hause vor der Tür gestanden und unser Haus ist freizugänglich.

00:36:16: Wir haben keinen Sicherheitszaun.

00:36:18: kann zu klingeln, kannst hinten so einen Garten reingehen, ich lasse

00:36:20: das Gartenvorge mal auf

00:36:22: kriege ich Ärger von meiner Frau.

00:36:23: Da ist eine Grenze, da gehen die Leute nicht ran!

00:36:27: Aber

00:36:27: diese Erwartungshaltung von der Sven gerade

00:36:29: auch sprach

00:36:31: Ich bin jetzt nicht so der Saunergänger aber ich gehe ganz gerne mal essen und riech man

00:36:34: irgendwie auch.

00:36:35: Wir haben hier in Würlumshafen wirklich ne tolle Gastronomie mit einer großen Bandbreite an schönen Angeboten.

00:36:41: Und wenn du dann da sitzt und hast grade... Nein, wirklich nicht nur perfekt aussehendes und riefendes sondern auch schmeckenes Steakoffenteller.

00:36:50: Und da steht einer vor dir und sagt, ich will dich jetzt mit ihnen sprechen.

00:36:55: Ich sag ja alles gut mein Essen ist gerade gekommen.

00:36:58: geben sie mir vielleicht zwanzig Minuten?

00:37:00: Ich will jetzt mit Ihnen sprechen!

00:37:03: Ich möchte gerne meinen Steak essen.

00:37:05: Sie wissen schon dass sie von meinen Steuern bezahlt werden.

00:37:10: Das sind dann so Momente wo du denkst was soll ich jetzt tun?

00:37:15: Im Grunde genommen müsste ich etwas sagen was ich hier auch wirklich nicht auswühlen darf Weil es ist ja ein Live-Podcast und möglicherweise hören hier auch Minderjährige zu.

00:37:24: Da ziehst du Konsequenzen raus, aber wir haben da mittlerweile über die Jahre auch für uns Mechanismen entwickelt einerseits diese wichtigen Bürgerkontakte auch zuzulassen.

00:37:38: Ich glaube den Willemshafenern sind ja möglicherweise heute auch Friesen hier entdeckt.

00:37:43: Aber den Willemshafener glaub ich bekannt dass ich ein notorischer Wochenmarktgänger bin jeden Samstagmorgen sehr früh auf dem Wochenmarkt meine Einkäufe macht und dann anschließend danach mit ein paar Freunden einen Kaffee trinke.

00:37:54: Da gibt es mittlerweile einfach regulare, in dem Moment wo ich mit den Jungs da sitze und einen Kaffeetränke bin ich privat und wenn ich auf der Fläche unterwegs bin kann mich jeder ansprechen.

00:38:03: das ist okay.

00:38:06: Das kann man alles einregeln aber die Respektlosigkeit und die Grenzenlosigkeit hat deutlich zugenommen.

00:38:15: Das merken aber nicht nur wir, sondern das merkt jeder der auch ehrenamtlich tätiges, ob es im Sportverein ist.

00:38:23: Ob's in der Kirche ist natürlich auch im Kreistag und im Rat Und auch Leute die Berufe haben, was mit Öffentlichkeit zu tun

00:38:31: haben

00:38:32: Unser Freundeshausarzt, der erzählt ich müsste meinen Fachangestellten eigentlich jeden Monat fünfhundert Euro Schmerzensgeld für das bezahlen Was sie sich anhören müssen.

00:38:41: Meine schwiegeren arbeitete Meinzelhandel.

00:38:44: Früher haben die Leute, wenn wir die Tür aufgeschlossen haben, moin Frau Feist gesagt.

00:38:48: Heute sagen

00:38:49: sie wieso habt ihr kein Persil mehr?

00:38:52: Das hat sich geändert und da würde ich mir wünschen dass wir miteinander eine Idee kriegen wieder zurückzukommen zu respektvoller wertschätzender gerne auch kritischer Kommunikation.

00:39:06: natürlich insbesondere bei Menschen die öffentliche Ämter haben müssen kritisiert werden.

00:39:12: Aber Kritik ist das eine und persönliche Vernichtung ist das andere.

00:39:17: Und darum geht es einigen, die das mittlerweile insbesondere an der Tastatur, glaube ich hauptberuflich machen.

00:39:24: Ich habe nicht so viel Tagesfreizeit, dass sich da den ganzen Tag darauf antworten kann – und ehrlicherweise wird's auch gar nicht.

00:39:29: Das

00:39:30: war eine kurze Nachfrage, weil du bist über zwanzig Jahre lang grad.

00:39:33: Gabs in den ganzen Jahren auch mal eine Überlegung?

00:39:38: wegzugehen oder abberufen zu werden, sowas hören.

00:39:41: Gibt es solche Situationen?

00:39:43: Man hört Gerüchte ja.

00:39:46: Ja die Gerüche gab's immer wieder und muss man ja nur googeln.

00:39:50: Es gab dann auch Kabinettslisten wo ich dann auftauchte oder irgendwie... Und die ersten zwei Wahlperioden war das immer ein Thema und ich hab das immer verneint.

00:40:00: Ich bin immer noch da.

00:40:01: also ich hatte recht die Spekulation nicht.

00:40:05: Also insofern nein.

00:40:08: Aber natürlich kann man nie nie sagen, das ist auch etwas was wir in unserem Beruf glaube ich gelernt haben.

00:40:16: Es kommt sowieso immer anders.

00:40:20: Ich glaube dass es aber auch nicht klarenbar ist.

00:40:23: also wie gesagt auch die Entscheidung vor einem Jahr also heute vor einem jahr hätte ich wahrscheinlich gesagt natürlich werde ich antreten ja das Leben entscheidet und da muss man die adäquate Möglichkeit machen.

00:40:41: Und ich weiß nicht wohin das Leben sich

00:40:43: entwickelt,

00:40:44: also... Ich weiß nur dass meine Frau nicht will, dass ich mit sechsundfünfzig pensionär bin.

00:40:51: Das wäre glaube ich unserer sehr guten Ehe nicht förderlich.

00:40:57: Hast du denn einen Plan für das was danach kommt?

00:41:00: Nein ganz gut!

00:41:02: Nein ich habe kein plan weil wir reden viel zu wie jetzt über den Grund.

00:41:08: Ich umschreibe das mal.

00:41:10: Wir müssen uns erst mal um was anderes kümmern,

00:41:12: so okay

00:41:13: und wenn da Stabilität drin ist Wenn wir als Familie wieder den Kopf wieder frei haben dann wird uns ein Plan einfangen.

00:41:21: Okay ich mache jetzt mal etwas außergewöhnlich.

00:41:23: Sie sind nicht genadenlos aus der Zeit in unserem Plan.

00:41:26: Ich gehe jetzt mal zwei Schritte weiter und mach mal den Übergang zur Selbstreflexion wie wir das genannt haben.

00:41:33: Wenn man wie ihr viel Verantwortung tragt dann verändert er es auch ein.

00:41:37: Man erlebt komplikte Entscheidungen, Kritik aber auch Erfolge und dann entsteht irgendwann daraus eine besondere Perspektive.

00:41:45: Mit Abstand sieht man Entscheidungen oft klarer als in dem Moment wo man sie treffen musste?

00:41:50: Und jetzt gehst du mit den Fragen doch mal an Michael.

00:41:53: Ja die Frage ist eigentlich... man geht ja manchmal in den Rademal.

00:41:56: Ich glaube das gilt für euch beide.

00:41:59: Man geht in eine Situation hinein wo man weiß dass es eigentlich genau das Richtige für meinen Landkreis, für meine Stadt Und eigentlich hat man das Gefühl, es kann gar nicht anders laufen.

00:42:11: Dann geht man in den Kreistag oder in den Stadtrat und stellt plötzlich fest – Es läuft einem komplett aus der Hand!

00:42:20: Ist man dann wütend?

00:42:21: Wie geht man damit um Sven von Gemalernen?

00:42:25: Nein, wütende ist man nicht weil das ist Demokratie.

00:42:30: Mein Großvater hat bei meiner ersten großen Niederlage, da gibt's einen Jugendfreizeitzentrum im Wunstdorf.

00:42:37: Das war an seinem Geburtstag, ich kam später und wir haben verloren.

00:42:41: Knapp aber wir haben verloren!

00:42:43: Und ich war stinke sauer, war gut vorbereitet, aber es hat nicht gereicht.

00:42:47: Dann habe ich geschimpft und dann hat mein Großvater etwas gesagt was ich dem am dem Abend an seinem Geburtsdach echt übel genommen habe... Aber das hat mich das ganze Leben getragen.

00:42:59: Sonst wenn du nicht die Mehrheit hast vielleicht liegt's ja auch an dir Das ist nicht schön, wenn man das hört.

00:43:10: Aber am Ende stimmt das für einen Demokraten?

00:43:14: Ja deshalb kann ich mit diesem Gejammerer der AfD auch nichts anfangen.

00:43:18: Entweder

00:43:19: man hat eine Mehrheit und man

00:43:20: hat keine.

00:43:20: Und wenn man keine hat muss man es auch akzeptieren.

00:43:23: so und insofern ist das nicht schön.

00:43:25: aber was mich auch gelernt habe ist damit muss man natürlich umgehen und da hab' ich glaube ich eine Charaktereigenschaft die man mir glaube ich manchmal gar nicht, weil ich ja erstmal vordergründig ein sehr ungeduldiger Mensch bin.

00:43:42: Weil ich eben auch Ziele erreichen will.

00:43:44: aber was wirklich... Die Leute erst merken auf Strecke!

00:43:51: Ich kann durchhalten und ich kann auch Renitenz Und wenn ich einen Weg für richtig erachte dann bin ich auch bereit Kompromisse einzugehen sonst kriegst du ja keine Mehrheit zweimal gegen die verschlossene Tür gehen.

00:44:06: Also wenn du sagst, wir müssen das durchbringen und es ist richtig dann musst du aber auch genauso auf die anderen zugehen und sagen okay ihr wollt das nicht?

00:44:17: Dann erklärt mir doch mal wie.

00:44:19: Wollt ihr's gar nicht?

00:44:20: Das ist schwierig!

00:44:21: Wenn ihr sagt, wir wollen es nicht so, dann ist ja eine Tür

00:44:23: einen Spalt

00:44:24: offen und da kannst du auch wieder Mehrheiten suchen.

00:44:27: Und dieses Mehrhalten suchen...das ist ein Prozess.

00:44:31: und für die, die diesen Prozess nicht mitbekommen insbesondere auch für viele Wählerinnen und Wähler oder Journalistinnen und Journalisten, entweder hat man den Eindruck da passiert nichts.

00:44:43: Oder es ist ein quellen Langerprozess?

00:44:46: Ich habe aber auch gelernt dass diese quälenden Prozesse auch nützlich und dienlich sind für den gesellschaftlichen Frieden.

00:44:53: jetzt nicht bei jeder Aber wenn es um große Fragen geht also zum Beispiel das Thema Zentralklinikum und Standort Da könnte er nicht endlich entscheiden.

00:45:03: Mir geht es jetzt nicht um diesen Standort, mir geht's um den Prozess.

00:45:05: Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn man einen Prozess gut gestaltet – auch wenn er lange und quälend ist -, der Mehrwert der

00:45:15: Akzeptanz

00:45:16: für solche Entscheidungen besser ist als wenn man sagt Quicken Dirt?

00:45:22: Kassen, an dich die Frage!

00:45:24: Wenn man in diese Rolle des Oberbürgermeisters schlürzt und sagt ich will das machen aber ich weiß, Nicht so richtig gut läuft im Rad, man hat immer wieder diese unglaubliche langen Sitzungen und dann kommt man vielleicht auf den Gedanken und sagt ich mache mal eine Vertrauterunde mit dem Fraktionsvorsitzenden.

00:45:43: Und hofft vielleicht über den Weg weiter zu kommen?

00:45:46: Und dann stellt man vielleicht fest – ich weiß es nicht – dass das ein oder andere mit der Vertraute eigentlich klappt.

00:45:53: Also das heißt, man liest es plötzlich in Erzhaltung was man eigentlich hoffte in Vertrautterrunde gesagt zu haben.

00:46:00: Wie geht man damit um?

00:46:01: Sagt man einfach, ich mach solche Treffen nicht mehr oder wie ist die Situation da?

00:46:07: Also... Ich hab gelernt wer mich vertrauen kann und wem nicht.

00:46:10: Und ich will's mal in aller Deutlichkeit sagen Die Außenwahrnehmung und die Innenwahrnehme der Ratsarbeit in Willemshafen weicht schon erheblich voneinander ab.

00:46:21: Ja, ich will jetzt hier auch mal ein Stein für diesen Rad brechen!

00:46:25: Ich bin manchmal auch genervt.

00:46:26: ja Der sechzehnte Änderungsantrag zum Änderungseintrag, zum Geschäftsordnungsantragen auf Vertagungen der muss dann manchmal nicht sein.

00:46:35: Das ist Folklore das ist Inszenierung aber auch das gehört in einem bestimmten Umfang zur Demokratie dazu.

00:46:43: wenn wir mal von hinten drauf gucken und sehen was der Rat in zehn bis zwölf Sitzungen pro Jahr für Entscheidungen trifft und sich die Ergebnisse anguckt Dann haben wir kaum mal knappe Ergebnisse dabei.

00:46:57: Wir sind am Ende mit breiten Mehrheiten und das in einem Rat dem zwölf Fraktionen, Gruppierungen und Einzelmitgliedern

00:47:06: gehören.

00:47:06: Das ist nicht ganz so... Ich sage jetzt mal komfortabel, Sven kann gleich widersprechen wie in Friesland mit einer stabilen Mehrheitsgruppe.

00:47:13: bei uns musst du dir für jede einzelne Entscheidung eine Mehrheit suchen Und ich habe vor allen demokratischen Mitgliedern dieses Rates Respekt Und ich weiß, wem ich vertrauen kann und ich weiß wo ich genau überlegen muss was ich sagen.

00:47:29: Diese Sven hat gerade über Prozesse gesprochen.

00:47:32: die laufen bei uns vielleicht ein bisschen anders aber am Ende des Tages gibt es Entscheidungen mit einer breiten Mehrheit und dann haben sie auch eine Akzeptanz.

00:47:43: das heißt man muss es vielleicht aushalten und vielleicht ist es ein Stück weit die DNA dass es eben ne Zeit länger dauert als in anderen Städten.

00:47:52: Vielleicht wird das in Zukunft auch anders werden, aber ich will gar nicht im Konjunktiv reden.

00:47:57: Ich möchte einfach an dieser Stelle Helm und habe zu Beginn gesagt wir wollen noch respektvoll miteinander umgehen.

00:48:03: Ich wünsche mir manchmal für unseren Rat mehr Respekt für die Art wie dort gerungen wird.

00:48:10: Ja es gibt Redundanzen und ehrlicherweise manchmal gucke ich dann auch schon mal Im iPad jetzt nicht in die Beschlussvorlage sondern überlege welches Buch kaufst du dir heute Abend wenn dann zum siebenundzwanzigsten mal das gesagt wird, was sechsundzwansichmal vorher schon gesagt worden ist.

00:48:27: Aber trotzdem habe ich einen riesen Respekt davor und auf der Ergebnissebene kriegen wir Mehrheiten hin.

00:48:34: Und das macht mir Hoffnung für die kommunale Selbstverwaltung, dass wir das schaffen.

00:48:40: Wenn jetzt jemand wirklich die Leidensfähigkeit hat sich das sechs Stunden bei Radio Jade im Livestream amzuhören.

00:48:45: Davor hab' ich auch ein gewissen Respekt.

00:48:47: aber... Der

00:48:48: kann auch kandidieren!

00:48:51: Liebe Leute, guckt da mal ein bisschen objektiver hin.

00:48:55: Die machen das alle ehrenamtlich mit einem großen Engagement.

00:49:00: die Ringen um Lösungen und manche Sachen könnte man in fünf Minuten abarbeiten Da bin ich bei dir Michael Aber manche Dinge brauchen einfach auch einen längeren Diskussionsprozess Und das erfordert von mir eher Respekt als Wut oder Obenmacht oder sonst irgendetwas.

00:49:19: Vielleicht kriegen wir es ja hin dass wir in Zukunft nur noch fünf Stunden für eine Ratsitzung brauchen.

00:49:25: Das wäre schon schön, aber Respekt ist für mich ein Wort.

00:49:29: Ich habe das jetzt zum dritten Mal betont und Pädagogen wissen wenn ein Wort dreimal auftaucht hat es eine besondere Bedeutung.

00:49:35: was ich mir wirklich für diese Ehrenamtlichen im Kreistag entraten natürlich auch überall anders wünschen würde nicht immer diese Heme von Außen und dieses mit dem Finger drauf zeigen.

00:49:46: und jetzt sind sie wieder nicht in die Pötte gekommen.

00:49:49: Ich kenne Familien, die diskutieren drei Jahre lang darüber wie sie ihr Wohnzimmer streichen wollen.

00:49:54: Da ist der Rat dann tatsächlich schneller und nicht dass jetzt jemand glaubt das Rathaus wird neu angestrichen.

00:49:59: Das bleibt so wie es ist.

00:50:01: Ich möchte jetzt so langsam zu diesen persönlichen Themen zum Schluss kommen und da habe ich eine abschließende Frage an euch.

00:50:09: Wofür möchtet ihr in Erinnerung bleiben?

00:50:12: Könnte das mit einem Satz überlegen?

00:50:14: Ja, überleg mal ganz kurz.

00:50:16: was soll man über dich später sagen Sven?

00:50:20: Ich frag ja nicht, was auf deinem Grabstein stehen soll.

00:50:26: Wie beim Sportlehrer alle Sperre zu mir!

00:50:31: Ich glaube das ist nicht angemessen.

00:50:34: Das ist wirklich nicht angemessen.

00:50:38: Wir würden ja lügen wenn wir nicht so wahrgenommen werden wollen.

00:50:44: Entschuldigung nach unserer Amtszeit... Er hat das ordentlich gemacht, wäre schon nicht schlecht.

00:50:53: Norddeutsch?

00:50:54: Nicht ganz schlecht!

00:50:59: Vielleicht... ich mach's mal anders.

00:51:02: was mir wirklich extrem wichtig ist und das weiß jeder der mich ein bisschen näher kennt sind meine Schulen, unsere Schulen.

00:51:09: Das wird da so viel reingesteckt haben und dass die jetzt so aussehen wie sie aussehen Und dass wir, dass ich mitwirken durfte Auch jetzt noch in dem Haushalt, obwohl das wirklich nicht gut aussieht.

00:51:20: Und wir haben einen Konsens gefunden über alle Parteigrenzen hinweg, dass wir sagen so Jetzt nehmen wir nochmal achtzig Millionen in die Hand und machen alle Schulen richtig so wie wir uns vorstellen, wie Schule aussehen soll, wie Zukunft.

00:51:34: Das ist etwas was halt in Steinen bleibt.

00:51:39: Wenn dann der eine oder andere sagt daran hat er mitgewirkt und das war nicht ganz schlecht, dann fände ich es nicht.

00:51:49: Danke.

00:51:51: Obwohl du vor nichts sagen wolltest, hast du aber schon eine Menge erzählt.

00:51:55: Kassen, wie ist es bei dir?

00:51:57: Jetzt hast du so oft gesagt mit Kurse, wir können das auch!

00:52:01: Ich habe dir das

00:52:02: Interview

00:52:03: mit Herbert Wenner gesagt.

00:52:04: Der hat die voll vor die Pumpe laufen lassen ...

00:52:08: Wir sind schon zwanzig Minuten über die Zeit eigentlich.

00:52:14: Na, ich hab den nächsten Termin morgen früh um halb acht.

00:52:16: Ich habe noch ein bisschen Zeit.

00:52:17: Ach so okay!

00:52:18: Du hast gesagt einen Satz?

00:52:19: Ich will mich an die Vorgabe halten... Was würde ich mir wünschen dass die Menschen am Ende meiner Amtszeit sagen?

00:52:27: Ich würde mir wünschten was sie sagen.

00:52:28: das was er gemacht hat, hat er für die Menschen in dieser Stadt getan.

00:52:32: Ja auch ein schöner knapper Satz.

00:52:34: Dankeschön dafür.

00:52:36: Kommen wir jetzt erstmal gucken, ob das auch funktioniert hier bei mir?

00:52:39: Ja Wir kommen jetzt zu Sachthemen.

00:52:42: Jetzt kommen die schönen Themen.

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